Hessen hat eine Spitzenposition errungen – besonders durch seine Wirtschaftsdynamik. Seit einem Vierteljahrhundert erwirtschaftet kein Flächenland ein höheres Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen. So lag es im Jahr 2007 bei 69.900 Euro – und damit um rund 15 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Doch nicht allein hinsichtlich der Arbeitsproduktivität, sondern auch bezüglich der Arbeitnehmerzahl ist Hessen vielen Bundesländern einen Schritt voraus: Die Arbeitslosenquote ist dort deutlich niedriger als andernorts. Während sie Ende 2007 in Hessen 7,6 Prozent betrug, erreichte sie zu dem Zeitpunkt in Gesamtdeutschland 9,1 Prozent. Das Produzierende Gewerbe bietet 702.000, der Dienstleistungsbereich 2,4 Millionen Menschen Arbeit.
Das Produktions- und Dienstleistungsgewerbe lässt sich weiter aufschlüsseln: Vor allem zehn ebenso traditionsreiche wie zukunftsweisende Branchen tragen zur Stärke Hessens bei. In Nordhessen herrschen die Logistikbranche, der Fahrzeugbau und die Energietechnologien vor. Mittelhessen kann sich insbesondere auf die Biotechnologie, die optische Industrie und die Medizintechnik stützen. Südhessen baut vorwiegend auf die Automobilindustrie, das Finanzwesen, die chemische Industrie und die Informations- sowie Kommunikationstechnologie. In den drei Regionen Hessens fest verwurzelt, greifen die Wirtschaftszweige bis in das nahe und ferne Ausland. Die Exportquote des verarbeitenden Gewerbes übertrifft mit 45 Prozent den Bundesdurchschnitt. Allein 2007 hat die hessische Wirtschaft Waren im Wert von 49,3 Milliarden Euro ausgeführt – das entspricht einer
Steigerung von gut 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Hessens Internationalität ist unübersehbar. Ein wichtiges Indiz sind etwa die ausländischen Direkt-
investitionen in Höhe von 76 Milliarden Euro – sie machen mehr als 17 Prozent des Gesamtbestandes in Deutschland aus. Warum ausländische Großunternehmen Hessen besonders schätzen? Zum einen profitieren sie von der zentralen Lage und der außerordentlichen Infrastruktur des Bundeslandes. Der Flughafen und der Hauptbahnhof in Frankfurt zum Beispiel gehören zu den bedeutendsten Knotenpunkten des Kontinents. Dass sich Flugrouten und Bahnschienen kreuzen, ist aber nur ein Grund für Investitionen. Das Zusammentreffen von Forschungseifer und Unternehmergeist ist ein weiterer. Cluster und Netzwerke haben sich in ganz Hessen gebildet, um Innovationen zu schaffen und Impulse zu liefern. Vertreter von Wissenschaft und Wirtschaft, Instituten und Firmen tauschen sich rege aus. Ihr Ziel ist festgesteckt:
„Hessen ganz vorn.“